Imker


Der Imker beschäftigt sich mit der Haltung, der Vermehrung oder der Züchtung von Honigbienen und der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukte. Imker ist eine Wortzusammensetzung aus dem niederdeutschen Begriff Imme für „Biene“ und dem mittelniederdeutschen Wort kar für „Korb, Gefäß“. Imker darf zwar jeder ohne eine spezielle Ausbildung sein, trotzdem gibt es auch einen zugehörigen Lehrberuf mit der amtlichen Bezeichnung Tierwirt, Fachrichtung Imkerei.

In Deutschland gibt es etwa 82.000 Imker mit ca. 700.000 Bienenvölkern. Etwa 95% der Imker in Deutschland sind Freizeitimker. Wenige betreiben die Imkerei im Nebenerwerb, und nur ca. 200 sind Berufsimker.
In Deutschland wird vergleichsweise viel Honig verzehrt (ca. 1,4 kg / Kopf und Jahr). Davon werden etwa 20 % des Honigs von heimischen Imkern geliefert, der Rest wird aus dem Ausland importiert.
Ein wesentliches Problem der Imkerei ist der Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter der Imker in Deutschland liegt bei über 60 Jahren und es kommen nur wenige neue Imker hinzu, was zur Folge hat, dass die Zahl der Imker in Deutschland vermutlich weiterhin abnehmen wird. Um dem Nachwuchsmangel, auch speziell unter der weiblichen Imkerschaft entgegenzuwirken und um auch mehr Frauen für die Imkerei zu begeistern rief der Deutsche Imkerbund das Jahr 2008 zum Jahr der Frau in der Imkrei aus. Ein weiteres großes Problem in der Imkerei ist das abnehmende Blütenangebot, d. h. Trachtquellen für Bienen sowie die Überdüngung und Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft.
 

Grundsätzliche Voraussetzungen zur Imkerei

Die Entscheidung, mit der Imkerei zu beginnen, sollte wohl bedacht sein. Es sind, zumindest in Deutschland, keine juristischen Bedingungen an diese Erwerbstätigkeit geknüpft, dennoch bedarf es einiger Überlegungen: Ein Anfänger sollte im ersten Jahr nicht mit einer zu großen Anzahl von Völkern beginnen, sondern sich mit Zeit und ohne Stress an die Arbeit mit den Bienenvölkern gewöhnen. Zwei bis drei Völker sind hier eine gute Richtschnur, langsam in die Imkerei einzusteigen. Ein Bienenvolk ist zwar nicht domestiziert, trotzdem sind regelmäßig gezielte Eingriffe nötig. Je nach Anspruch an Ertrag, etc. können die Eingriffe relativ stark eingeschränkt werden, sodass die Imkerei neben einer Vollzeitbeschäftigung durchaus machbar ist. Finanzielle Investitionen für Völker, Beuten und weitere Imkereigeräte sind zu Beginn fällig. Manche selten gebrauchte Geräte (z. B. zur Wachsverarbeitung) sind in unsrem Verein vorhanden und können dort ausgeliehen werden. Trotzdem müssen zu Beginn einige Hundert Euro investiert werden, um ein brauchbare Ausrüstung zu erwerben. Für die Aufstellung der Bienenstöcke wird ein geeignetes Grundstück benötigt, ebenso ein Platz zur Lagerung der Gerätschaften. In vielen Gebieten ist die Imkerei als ortsüblich eingestuft und damit möglich. Mögliche Grundstücke sind z.B. ein größerer Garten am Haus, Gemeindeflächen nach Nachfrage bei der Gemeinde meist gegen eine kleine Verwaltungsgebühr und zu pachtenden Flächen (z.B. Waldgrundstücke), die meist für einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag pro Jahr gepachtet werden können. Teilweise werden auch Grundstücke z.B. von Landwirten kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein gutes Geschäft, da die Bestäubungsleitung der Biene sehr hoch eingeschätzt wird. Bei Raps gehen wissenschaftliche Untersuchungen von einem Mehrertrag von ca. 25% gegenüber der Windbestäubung aus.
 

Die Ausbildung zum (Freizeit-)Imker erfolgt in der Regel durch oder über die Imkervereine, z.B. jährlich im Frühjahr/Sommer in unserem Verein im Anfängerkurs. Um aber überhaupt erst einmal festzustellen, ob sich die Imkerei wirklich für den Interessierten eignet, er (auch nach den ersten Stichen, die nicht ausbleiben) „bei der Stange“ bleibt, den körperlichen Anforderungen gewachsen ist, ist zu empfehlen, sich einen aufgeschlossenen „Patenimker“ zu suchen, der den Interessierten an seinen eigenen Völkern mithelfen und sich über die Schulter schauen lässt. Dazu einfach im Verein nachfragen. Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein ist nicht nur wegen des dort vermittelten Wissens empfehlenswert. Auch ist man im Verein über den Dachverband rechtsschutz- und haftpflichtversichert. Insbesondere auf die Haftpflichtversicherung (2006 ca. ein Euro pro Bienenvolk und Jahr) sollte wegen möglicher Schadensansprüche Dritter nicht verzichtet werden.