Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera),

 

honigbienenfrüher auch  Europäische Honigbiene genannt, ist eine Vertreterin der Gattung der Honigbienen. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war nur Europa, Afrika und der Nahe Osten. Da sie für die Imkerei aber große Bedeutung hat, ist sie weltweit verbreitet worden, so beispielsweise bereits im Zuge der Eroberung (Kolonialisierung) anderer Kontinente durch die Europäer.

Es gibt etwa 25 Unterarten, man spricht hier von Bienenrassen, der Apis mellifera. Die Rassen Europas haben sich in der heutigen Form, entsprechend den Klimaverhältnissen, erst nach der letzten Eiszeit bei der Neubesiedlung herausgebildet. Eine dieser Rassen, die Dunkle Europäische Biene, verbreitete sich dabei in den gemäßigten und kühleren Klimazonen Europas. So war sie ursprünglich nördlich der Alpen (natürliche Barriere), auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz beheimatet.

Wie einige andere Bienenarten ist auch die Westliche Honigbiene ein staatenbildendes Fluginsekt. In Asien kommen acht weitere Arten der Gattung Honigbienen vor. Die bekannteste davon ist die Östliche Honigbiene (Apis cerana), die als ursprünglicher Wirt der Varroamilbe gilt.

Die Honigbiene hat eine wichtige Rolle innerhalb des Ökosystems und ist verantwortlich für die Bestäubung einer Vielzahl von Pflanzen.

 

Bedeutung der Honigbiene

In den gemäßigten Breiten sind Bienen die wichtigsten Bestäuber von Pflanzenblüten. Rund 80 Prozent aller Pflanzen sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen und davon werden wiederum ca. 80 Prozent durch Honigbienen bestäubt. Außerdem sind Bienen auch Nutztiere. Vom Menschen genutzte Produkte der Honigbiene sind neben Honig auch Bienenwachs, Pollen, Bienengift, Gelée Royale und Propolis sowie der aus Honig gewonnene Met.

 

Wirtschaftliche Bedeutung

Deutschland ist mit einem jährlichen Honigverbrauch von 1,2 kg pro Kopf Weltmeister im Honigverzehr. Dabei stammen nur 20 % dieses Honigs aus heimischen Landen. Der Rest wird aus europäischen Nachbarländern importiert oder stammt zum überwiegenden Teil aus Lateinamerika und Asien. In Deutschland erzeugen rund 80.000 Imker mit Hilfe der Bienen circa 30.000 t Honig jährlich. Der größte Teil der Bienenfreunde imkert in der Freizeit als Hobby oder Nebenerwerb.

Lediglich zwei Prozent von ihnen tun dies als Hauptberuf. Der hohe finanzielle Aufwand und die wenig einträgliche Freizeitbeschäftigung ist für viele Menschen abschreckend. Zu selten wird der ethische Wert, die Nähe zur Natur und die Entspannung der Bienenhaltung beachtet. In Deutschland ist die Imkerei Teil der Landwirtschaft. Nach Rind, Schwein und Geflügel macht der Verkaufserlös von Honig gerade mal ein Prozent aller tierischen Produkte aus.

Der so genannte Bestäubungswert der Bienen in der Landwirtschaft entspricht schätzungsweise dem 10-fachen Wert des Honigs. Durch die Bestäubung ermöglichen die Bienen den Anbau von Obst und Feldfrüchten und sichern so die Erträge zahlreicher Nutzpflanzen. Gleichzeitig verringert diese Art der Bestäuung die Gefahr von Ernteausfällen und Qualitätseinbußen. Ökologen gehen sogar von einem 100-fachen Nutzen der Bienen durch die Bestäubung der Wildpflanzen in Feld und Flur gegenüber dem Honigwert aus. Ohne die Bestäubung der Wild- und Kulturpflanzen würde ein großer Teil aussterben. Da Pflanzen die Nahrungsquelle für Mensch und Tier sind, ist die Schaffung von bienengerechten Bedingungen in der Natur sehr wichtig. Ein direkter Nutzen der Biene ist für den Menschen die Gewinnung des Honigs. Ihn verwenden wir nicht nur als Lebensmittel auf Brot oder als Süßungsmittel in Tee, sondern auch als heilendes und kräftigendes Mittel im Krankheitsfall. Da Honig antibakteriell wirkt, kann er für eine raschere Wundheilung, zur Fiebersenkung oder auch als Gesichtsmaske eingesetzt werden. Zusätzlich finden Bienenprodukte wie gesammelter Pollen als Kräftigungsmittel, Propolis gegen Hauterkrankungen und Wachs als Kosmetika Verwendung.

Den Großteil unseres Honigs liefern die Länder Argentinien und Mexiko. Klimatische Bedingungen, Vegetation und Kapitaleinsatz für den Aufbau einer Imkerei sind dort günstiger als in Deutschland. Dortige Imker können sehr viel häufiger im Jahr Honig ernten, als ihre deutschen Kollegen.

 

Die westliche Honigbiene - Wikipedia Bericht als Audiodatei - Sprecher Madmaexchen